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Tierratgeber - Hunderassen

Rasseportrait Ainu-Hund

Kurzinfo:

 
Ursprungsland Japan
Fellfarben rot-falb-farbenes (sesamfarbenes) Haar
Lebenserwartung bis zu 14 Jahren
Gewicht nicht genau festgelegt
Widerristhöhe Hündin: 45,5 bis 48,5 cm, Rüde: 48,5 bis 51,5 cm
Besonderheiten Sehr ausdauernd, natürlich und mutig. Vornehmes Verhalten
FCI-Standard Nr. 261, Gruppe 5, Sektion 5
Bild Ainu Der Ainu-Hund ist ein sehr robuster Hund und wurde früher zur Bärenjagd gezüchtet

Allgemeine Informationen zum Ainu-Hund

Der Ainu wird auch als Ainu Inu, Hokkaido-Hund, Hokkaido-Ken oder Ainu-Hund bezeichnet. Die Bezeichnung Ainu-ken ist auf die Ureinwohner Hokkaidos, die Ainu, zurück zu führen. Die muskulösen, schlanken Hunde wurden für die Jagd, insbesondere die Bärenjagd, gezüchtet. Der Hokkaido-Hund ist robust und naturbelassen, aber auch eigensinnig und störrisch. Er widersteht den härtesten Witterungseinflüssen wie starkem Schneefall und extremer Kälte. Die Hunderasse kommt heute vor allem als Begleit- oder Wachhund zum Einsatz.

Körperbau und Aussehen

Der Ainu ist kräftig und von mittlerer Größe. Seine Proportionen können als ebenmäßig bezeichnet werden. Das Geschlechtsgepräge ist bei dieser Hunderasse ausgesprochen hoch. Der Knochenbau ist robust, die Muskeln sind stark und in ihren Linien sauber entwickelt. Seine Widerristhöhe beträgt zwischen 45,5 und 51,5 cm. Eine Gewichtsvorschrift liegt für die Hunderasse nicht vor. Der Schädel des Ainus ist flach und breit. Der Nasenschwamm ist in der Regel schwarz. Weiße Tiere weisen jedoch häufig eine fleisch-farbene Nase auf. Die Augen dieser Hunde sind dunkel und klein. Die dreieckigen, spitzähnlichen Ohren stehen aufrecht und neigen sich nur leicht nach vorne. Ainus wirken sehr vornehm und tragen ihre dicke, lange Rute gebogen oder gerollt über ihrem Rücken. Ainu-Hunde haben manchmal eine schwarz-blaue Zunge, was in der Zucht nicht als Fehler gilt. Es gibt vielmehr einen Hinweis auf die Verwandtschaft mit den Shar-Peis oder Chow-Chows . Nicht gestattet in der Zucht ist jedoch ein geringer Vor- oder Rückbiss. Bei Ainus sind unterschiedliche Fellfarben möglich wie rot, weiß, schwarz, gestromt, schwarz-loh oder Sesam. Bei der Farbe Sesam ist das Haarkleid rötlich-falbfarben und hat schwarze Spitzen. Das Deckhaar ist hart und gerade, die Unterwolle jedoch weich und sehr dicht. Das lange und abstehende Fell an der Rute ist für die Ainu-Rasse charakteristisch. Ainus bewegen sich leichtfüßig, flink, elastisch und dazu äußerst leise.

Geschichte und Herkunft

Bild Ainu Hunde im Schnee Ainus sollten in der Regel alleine gehalten werdenEs wird angenommen, dass die Rasse von japanischen, mittelgroßen Hunden abstammt. Diese Hunde begleiteten in der Kamakura-Zeit die Auswanderer von Honshu nach Hokkaido. Damals kam es zur starken Entwicklung des Verkehrs zwischen dem Distrikt Tohoku und Hokkaido. Aufgrund des Herkunftsgebiets Hokkaido erhielt auch die Hunderasse diesen Namen. Ainus sind auch unter dem Namen Ainu-ken bekannt. Die Ureinwohner Hokkaidos betrieben die Hundezucht hauptsächlich für die Jagd auf Wild, insbesondere die Bärenjagd. Auch die Ureinwohner nannte man Ainus. Daraus entwickelten sich wahrscheinlich auch die Bezeichnungen Ainu-Inu und Ainu-Hund.

Die Hunde waren damals schon sehr robust und widerstandsfähig. Einige Kynologen behaupteten allerdings auch, die Ainus stammten aus Australien. Andere beharrten darauf, die Rasse käme ursprünglich aus der Mongolei. Im Jahr 1937 ehrte man den Ainu zum "Denkmal der Natur". Zu diesem Zeitpunkt erhielt die Hunderasse ihre offizielle Bezeichnung als Ainu bzw. Hokkaido. Heute wird keine Zucht mehr im VDH betrieben. Wenn Du einen Ainu anschaffen möchtest, wirst Du Dich wahrscheinlich länger nach einem Züchter umsehen müssen. In Deutschland wird diese Rasse momentan nicht mehr gezüchtet.

Charaktereigenschaften

Ainus haben eine bemerkenswerte Ausdauer und Schnelligkeit. Ihr Wesen ist sehr natürlich und robust, die Hunde wirken jedoch auch sehr vornehm und edel. Ainus sind in ihrem Verhalten zwar eher reserviert, aber keinesfalls schüchtern oder ängstlich. Der Ainu-Hund ist für das Leben im Rudel nicht geschaffen. Es handelt sich bei dieser Rasse um absolute Ein-Personen-Hunde. Seinen Besitzer erkennt der Ainu jedoch als Rudelführer an und folgt ihm gehorsam. Seine Familie bewacht er ebenfalls treu ergeben. Dennoch sind Ainus als Familienhunde nur bedingt geeignet. Fremde Menschen ignoriert der Ainu mehr oder weniger. Schwierig zeigt sich die Hunderasse im Umgang mit Artgenossen. Besonders mit gleichgeschlechtlichen Hunden gibt es Probleme. Das solltest Du bei der Anschaffung eines Ainus unbedingt beachten. Die Hunde sind in der Lage situationsgerecht zu reagieren. Vom Temperament her ist die Rasse agil und mutig. Ainus haben jedoch eine Tendenz zu störrischem bis hin zu aggressivem Verhalten. Daher gehören diese Hunde nur in erfahrene Hände. Ainus sind sehr widerstandsfähig. Auch Witterungen wie extreme Kälte oder dichter Schneefall können ihnen nichts anhaben. Die Hunde sind nicht nur selbstständig, sondern auch sehr intelligent und gegenüber ihrem Besitzer treu und gefügig.
Aufgrund ihres eigensinnigen Charakters bedürfen Ainus einer sorgfältigen und konsequenten, aber auch liebevollen Erziehung. Dafür sollte der Halter viel Zeit und Geduld investieren. Positive Verstärkung wirkt bei dieser Hunderasse deutlich besser als eine zu harte Vorgehensweise. Der Ainu hat ein hohes Gerechtigkeitsbedürfnis. Wird er ungerecht behandelt, reagiert er mit Sturheit und zieht sich innerlich zurück. Durch eine gute Erziehung wird der Ainu zum treuen Partner und Wegbegleiter, der ein ausgeprägtes Schutzverhalten gegenüber seiner Familie zeigt.

Beschreibung des Ainu-Hund (analog VDH)

Der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) legt bestimmte Regeln für die Hundezucht fest. Unter anderem sind in diesen Regeln das Aussehen, Gewicht und Fell definiert.

Allgemein

Mittelgroß, kräftig, ebenmäßige Proportionen, robuster Knochenbau, ausgesprochenes Geschlechtsgepräge, stark entwickelte Muskeln, in den Linien sauber

Kopf breiter Schädel mit flacher Stirn. Stop ist schwach ausgeprägt, aber sichtbar. Der Nasenschwamm ist schwarz. Weißfarbene Hunde dürfen eine fleischfarbene Nase haben. Der Fang ist keilförmig, der Nasenrücken gerade. Die Lefzen liegen straff an. Die Lippen sind schwarz umrandet. Der Hund verfügt über ein kräftiges Scherengebiss.
Hals

Muskulös und kräftig, keine lose Kehlhaut

Körper Der Widerrist ist hoch, der Rücken kräftig und gerade. Die Lenden sind mäßig breit und gut bemuskelt. Die Kruppe fällt angemessen ab. Die tief liegende Brust ist mäßig breit, die Vorbrust ist gut entwickelt. Die Rippen haben eine gute Wölbung. Der Bauch ist gut aufgezogen
Rute

Dick, hoch angesetzt, wird sichelförmig gebogen oder kräftig gerollt über den Rücken getragen. Die Rutenspitze soll fast die Sprunggelenke erreichen

Pfoten

Die Zehen sind gut gewölbt und liegen eng aneinander. Die Ballen sind elastisch und dick. Die Krallen des Hundes sind hart und von dunkler oder schwarzer Farbe

Haarkleid Das Deckhaar ist gerade und hart, dichte und weiche Unterwolle. Das Haar an der Rute steht ab und ist relativ lang.

Haltung und Pflege

Bild Akitas Die Ainus besitzen eine Ähnlichkeit zum Akita Der Ainu eignet sich nicht als Zweithund. Auch in Anfängerhände sollten diese Hunde nicht gelangen, denn unerfahrene Halter sind mit der Erziehung der Ainus in der Regel überfordert. Die Hunderasse hat eine besondere Ausprägung für das Wiederfinden. So gibt es Ainu-Hunde, die so stark auf ihren Besitzer fixiert sind, dass sie ihn auch über große Distanzen hinweg wiederfinden. Sie kämpfen sich dafür auch durch unwegsames Gelände. Der Ainu ist für die Gesellschaft mit Kindern nur dann geeignet, wenn diese ihn nicht als Spielzeug ansehen, sondern als Hund behandeln und akzeptieren. Die Kinder sollten also ein gewisses Alter haben, um angemessen mit dieser Hunderasse umgehen zu können. Kleinkinder und Ainu-Hunde passen eher nicht zusammen.

Ainus sind zwar äußerst lebhaft, machen aber auf keinen Fall einen nervösen Eindruck. Sie benötigen jedoch eine stetige Beschäftigung. Werden diese Hunde nicht angemessen gefordert, suchen sie sich ihre Beschäftigung selbst, wobei das Ergebnis häufig nicht im Sinne des Halters ist. Die Hunde benötigen lange Spaziergänge, wobei die Umgebung stets wechseln sollte. Ainus entdecken gerne immer wieder Neues. Da diese Hunde sehr selbstständig und selbstbewusst sind, stellt die Erziehung an den Besitzer besondere Anforderungen. Ainus eignen sich besonders gut als Personenschutzhunde.
Ainus verfügen über sehr dichtes Fell, welches regelmäßig gründlich gebürstet werden sollte. Der Pflegeaufwand befindet sich hier in einem mittleren Bereich.
Besondere Krankheitsanfälligkeiten oder häufige Krankheiten sind beim Ainu nicht zu beobachten. Aufgrund der geringen Zuchtbasis, könnte eine vermutliche Inzucht noch Einfluss auf die gesunde Rasse nehmen.

Mischlingsformen/Verwandte Rassen

Die ursprünglichen asiatischen Hunde waren auf dem asiatischen Festland beheimatet. Die ersten Hunde erreichten die japanischen Inseln in zwei Einwanderungswellen. Zunächst kamen sie mit dem Jomon Volk aus Südost-Asien über Taiwan zu den Ryukyu-Inseln. Das war 10000 bis 300 v. Chr. Die zweite Welle kam mit den Einwanderern über die koreanische Halbinsel um 300 v. Chr. bis 600 n. Chr. Nun vermischten sich die einzelnen Rassen und entwickelten sich auch ohne weiteren genetischen Einfluss weiter. Allmähliche Veränderungen waren demnach kein Zuchtergebnis, sondern entstammen der natürlichen Selektion. Die Hunde mussten sich verschiedenen klimatischen Bedingungen anpassen.
Es gilt als bestätigt, dass der Ainu oder Hokkaido mit der asiatischen Rasse Matagi Ken verwandt ist. Diese Hunde brachten die Ainu-Ureinwohner in der Jomon-Zeit aus der Tohuku-Region mit.
Vor mehr als 20 Jahren gab es den Ainu bzw. Hokkaido auch in Deutschland. Im Jahr 1986 wurde sogar im DCNH mit den Hokkaidos gezüchtet. Die Rasse konnte sich aber leider in Deutschland nicht etablieren. Es fanden sich zu wenige Kaufinteressenten für Ainu-Welpen. Daher hielt sich diese Hunderasse nur sehr kurz in Deutschland. Bis heute haben die asiatischen Rassen jedoch wieder an Popularität zugenommen. So ist es vielleicht nur eine Frage der Zeit, dass der Ainu-Hund auch hier zu Lande wieder anzutreffen ist.

 

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Bildquellen:
Bild 1: © markt.de
Bild 2: © mannpuku / Fotolia.com
Bild 3: © Pixabay.com / Gugelmim

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