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Alles rund um die Haltung des Wellensittichs

Bild entspannte Wellensittiche Wellensittiche beim Entspannen.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Vor der Anschaffung
  2. Wellensittiche und Kinder
  3. Die Ernährung
  4. So erkennen Sie Krankheiten
  5. Was tun bei einer Krankheit?
  6. Parasitenbefall
  7. Artgerechte Wellensittich-Haltung und -Pflege
  8. Fortpflanzung

Muntere Zeitgenossen: Wellensittiche erfreuen ihre Menschen mit fröhlichem Gezwitscher, manch einer wird sogar handzahm. Die Wellensittich-Haltung ist aber auch mit einigem Aufwand und Kosten verbunden. Die Anschaffung sollte daher gut überlegt sein. Die kleinen australischen Papageienvögel können mehr als zehn Jahre alt werden und benötigen ständige Gesellschaft, weshalb eine Einzelhaltung nicht artgerecht ist.

 

Vor der Anschaffung

Bild Wellensittiche in Voliere Wellensittiche lieben Artgenossen und Spielzeug im Käfig.

Bevor Sie sich Wellensittiche anschaffen, muss natürlich die Unterbringung geklärt sein. Sie benötigen einen ausreichend großen Käfig oder eine Voliere mit Sitzstangen, Beschäftigungsmöglichkeiten, Futternäpfen und Tränke. Dieser sollte an einem ruhigen Platz ohne Zugluft und direkter Sonneneinstrahlung stehen. Idealerweise ist der Käfig vor dem Eintreffen der Vögel fertig eingerichtet, denn der Einzug ist mit Stress verbunden und jegliche Hektik würde die Eingewöhnung erschweren.

Als Richtwert gilt für zwei Vögel eine Mindestgröße von einem Meter Länge, 80 Zentimetern Höhe und 50 Zentimetern Breite. Für die Tiere ist es umso besser, je größer der Käfig ist. Eine Unterkunft in den Mindestmaßen erhalten Sie bereits ab 100 Euro, hinzu kommen noch Kosten für die übrige Einrichtung, Sand zum Ausstreuen des Bodens und Futter. Zur Beschäftigung bieten sich beispielsweise Glöckchen, Schaukeln und Leitern an, auch ein Badehäuschen sollte nicht fehlen.

Wellensittiche und Kinder

Bild Kind und Wellensittich Auch für Kinder ist die Haltung eines Wellensittichs eine große Freude.

An sich spricht nichts gegen die Wellensittich-Haltung, wenn Kinder im Haus sind. Viele Kinder äußern früher oder später selbst den Wunsch, die hübschen Vögel als Haustiere anzuschaffen. Sie sollten Ihren Kindern allerdings bewusst machen, dass Wellensittiche keine Schmusetiere sind. Auch sollte, das betrifft vor allem kleinere Kinder, ausgeschlossen sein, dass sie gegen den Käfig schlagen oder die Vögel anderweitig stören. Natürlich muss der Käfig außerdem sicher aufgestellt sein. Vorsicht ist bei den Käfigtüren angesagt - schnell hat ein unbedarftes Kind sie geöffnet und der Vogel ist entwischt. Je nach Alter der Kinder sollten Sie also den Standort für die Wellensittiche wählen.

Ältere Kinder möchten vielleicht bei der Pflege der Vögel helfen. Bedenken Sie in diesem Fall stets, dass es sich um Lebewesen handelt und die Hauptverantwortung bei Ihnen liegt, sollte das Kind einmal die Fütterung vergessen oder die Lust an den Tieren verlieren.

Die Ernährung

Bild Körnerfutter für Wellensittiche Körnerfutter gehört bei den Wellensittichen zur Grundnahrung.

Die Grundnahrung der Wellensittiche setzt sich aus Sämereien zusammen, die Sie als Fertigmischung im Handel erhalten. Die Kosten richten sich nach der Marke, in der Regel erhalten Sie eine fertige Mischung aber für wenige Euro. Möchten Sie das Futter selbst zusammenstellen, können Sie sich an folgenden Richtwerten orientieren: 45 Prozent Japan- oder Platahirse, 25 Prozent Silberhirse, 25 Prozent Spitzsaat, 5 Prozent Haferkörner. Achten Sie stets auf Qualität, denn Fäulnis oder Schimmel schaden der Gesundheit des Tieres. Sollte das Futter also einen gräulich-weißen Belag haben oder unangenehm riechen, sollte es sicherheitshalber entsorgt werden.

Mit einer hochwertigen Mischung an Sämereien erhalten Wellensittiche bereits viele wichtige Nährstoffe wie Fluor, Magnesium, Phosphor, Eisen, Schwefel, Kalium und Kieselsäure. Der weitere Nährstoffbedarf kann über abwechslungsreiches Zusatzfutter gedeckt werden. Als Ergänzung eignet sich Frischkost wie Vogelmiere, Salat, Obst und Kräuter. Das Frischfutter sollte stets gewaschen und das Wasser anschließend abgetupft werden, eventuelle faule Stellen müssen zum Wohl der Tiere entfernt werden.

Auch frische Keimlinge sind ideal, um den Nährstoffbedarf zu decken. Diese erhalten Sie, indem Sie Körnerfutter in ein Sieb geben und dieses in eine Schale hängen. Geben Sie anschließend Wasser darüber. Die Körner benötigen zwei bis drei Stunden zum Quellen, danach kann das Sieb wieder herausgenommen werden. Halten Sie es innerhalb der nächsten 24 Stunden zwei- bis dreimal unter fließendes Wasser und schütteln es leicht, um die Körner aufzulockern. Spätestens nach 48 Stunden sollten sie gekeimt haben, andernfalls sind die Körner zu alt - daran erkennen Sie zugleich die Qualität der Sämereien. Die Keimlinge müssen frisch verfüttert werden, andernfalls könnten sie faulen oder schimmeln.

Weiterhin benötigen Wellensittiche Kalzium. Diesen Bedarf können Sie über einen im Käfig aufgehängten Kalkstein oder eine Sepiaschale decken. Bei einem brütenden Weibchen ist Kalkstein besser geeignet, da das in den Sepiaschalen enthaltene Salz Legenot zur Folge haben kann.

Bild fressender Wellensittich Besonders beliebt ist beim Wellensittich der Hirsekolben.

Zur Verdauung benötigen Wellensittiche Grit. Dabei handelt es sich um kleine Steinchen oder Muschelstücke, die meist dem Vogelsand beigemischt sind, andernfalls kann es in einem gesonderten Napf zur Verfügung gestellt werden. Die Aufnahme von Grit erleichtert das Zerkleinern der Nahrung im Verdauungstrakt.

Gegen Leckereien zwischendurch sind Wellensittiche nicht abgeneigt, besonders beliebt ist Kolbenhirse. Daneben gibt es im Handel verschiedene Knabberstangen und Kräcker. Diese sollten allerdings nicht zu häufig gegeben werden, denn Wellensittiche in Käfighaltung neigen zu Übergewicht.

Achten Sie in der Ernährung grundsätzlich auf Qualität und bei Fertigfutter auf das Haltbarkeitsdatum. Körner müssen trocken gelagert werden, Frischkost muss frei von Pestiziden sein. Neben einer abwechslungsreichen Ernährung benötigen Wellensittiche natürlich stets frisches Trinkwasser. Vergessen Sie nie, die Vögel zu füttern, denn der Stoffwechsel arbeitet sehr schnell. Ein Tier, das 24 Stunden keine Nahrung aufnimmt, ist stark gefährdet.

So erkennen Sie Krankheiten

Eine ausgewogene Ernährung, Hygiene und artgerechte Haltung ist wichtig für die Gesundheit. Dennoch können Wellensittiche krank werden. Am häufigsten sind die Atemwege, das Verdauungssystem und der Kropf betroffen. Beobachten Sie die Tiere täglich aufmerksam, um eine eventuelle Erkrankung möglichst frühzeitig zu erkennen - oft ist schnelle Hilfe wichtig.

Bild fliegender Wellensittich Sollte der Wellensittich nicht mehr fliegen, deutet dies meist auf eine Erkrankung hin.

Einige Krankheiten lassen sich am Kot erkennen. Dieser ist normalerweise schwarz-weiß und trocknet schnell, er lässt sich leicht aus dem Sand entfernen. Ein verändertes Aussehen oder eine veränderte Konsistenz lässt auf eine Erkrankung des Verdauungstrakts schließen. Dies trifft auch zu, wenn das Gefieder im Ausscheidungsbereich mit Kot verklebt ist. Weitere Anzeichen einer Erkrankung können Augen- oder Nasenausfluss sein, dies lässt eine Bindehautentzündung beziehungsweise Atemwegserkrankung vermuten. Ein anderer Indikator ist das Gefieder, jegliche Veränderung bis auf die übliche Mauser kann Zeichen einer Krankheit sein, auch Parasitenbefall ist möglich. Geschwüre jeglicher Art zeigen selbstverständlich ebenfalls, dass der Vogel Hilfe benötigt.

Auch das Verhalten gibt Aufschluss über den Gesundheitszustand. Sitzt ein sonst munterer Wellensittich ruhig und aufgeplustert im Käfig oder kauert sich zusammen, fühlt er sich vermutlich nicht wohl. Je besser Sie Ihre Vögel kennen, umso eher fallen Ihnen Verhaltensänderungen auf. Aufmerksamkeit ist daher in der Wellensittich-Haltung besonders wichtig.

Neben Infektionskrankheiten treten bei Wellensittichen gelegentlich Verletzungen auf: Ein herabhängender Flügel ist vermutlich gebrochen, eine dauerhafte Kopfschiefhaltung kann auf eine Gehirnerschütterung hinweisen.

Was tun bei einer Krankheit?

Bemerken Sie bei einem Wellensittich irgendein Anzeichen, das auf eine Krankheit hinweisen kann, sollten Sie ihn sofort von Artgenossen separieren. Damit reduzieren Sie einerseits die Ansteckungsgefahr, andererseits benötigt ein kranker Vogel Ruhe. Gehen Sie dabei behutsam vor, denn ein geschwächter Wellensittich kann, wenn er sich erschrickt, einen lebensbedrohlichen Schock erleiden.

Einem geschwächten Wellensittich können Sie zunächst helfen, indem Sie ihm etwa eine Messerspitze Traubenzucker ins Trinkwasser geben. Bei einer Infektion kann schwacher Kamillentee, natürlich abgekühlt, Linderung verschaffen. Bei Verstopfung sollte der Anteil Frischkost erhöht und bei Durchfall reduziert werden.

Verdauungsstörungen und Atemwegsinfektionen lassen sich mit Infrarotlicht lindern, wobei 250 Watt nicht überschritten werden sollten. Stellen Sie den Strahler etwa einen halben Meter vom Käfig entfernt auf, die Bestrahldauer sollte 10 bis 15 Minuten betragen. Richten Sie ihn aber nur auf einen Teil des Käfigs, damit der Vogel gegebenenfalls ausweichen kann. Das Infrarotlicht regt den Stoffwechsel und Blutkreislauf an, wodurch die Heilung gefördert wird, es darf allerdings keinesfalls bei Verdacht auf eine Gehirnerschütterung angewandt werden.

Bild Notizbuch Tierarzttermin Bei Erkrankung des Wellensittichs lieber schnell zum Tierarzt gehen.

Blutende Wunden müssen bei einem Wellensittich sofort versorgt werden, denn durch den kleinen Körper fließen nur wenige Milliliter der lebenswichtigen Flüssigkeit. Jeglicher Verlust ist gefährlich. Zum Stillen eignet sich mit Eisenchlorid getränkte Watte, auch eine Lauge mit unparfümierter Seife kann helfen.

Müssen Sie den Vogel in die Hand nehmen, ist Behutsamkeit angesagt. Legen Sie eine Hand vor den Brustkorb des Vogels und greifen Sie mit der anderen über so den Kopf, dass dieser zwischen Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger hervorschaut. So können Sie den Vogel greifen. Ist das Tier sehr scheu, ist es hilfreich, das Zimmer abzudunkeln.

Sind Sie unsicher, was ihm fehlt, können den Vogel nicht selbst behandeln oder ist er sehr geschwächt, ist eine tierärztliche Diagnose beziehungsweise Behandlung erforderlich. Bedenken Sie, dass dies mit Kosten verbunden ist, die wesentlich höher als die der Anschaffung sein können. Das sollte niemals ein Grund sein, einem kranken Tier nicht zu helfen.

Parasitenbefall

In der Wellensittich-Haltung kann es trotz sorgfältiger Hygiene zu Milbenbefall kommen. Diese werden beispielsweise mit Einrichtungsgegenständen oder Sand aus einer Zoohandlung eingeschleppt, auch ein neu erworbener Vogel kann von Milben befallen sein. Es gibt verschiedene Milbenarten, die unterschiedliche Körperpartien befallen und sich entweder von abgestorbenen Hautschüppchen oder dem Blut des Vogels ernähren.

Kalkbeinmilben befallen bevorzugt die Klauen und Beine der Vögel. Die bis zu 0,5 Millimeter kleinen Tiere graben sich dort in die Haut und vermehren sich durch Eiablage. Ein Befall macht sich durch schuppige, trockene Haut an den betroffenen Stellen bemerkbar. Es zeigt sich außerdem zunächst ein weißlicher Belag, der später verkrustet, und die Beine schwellen an.

Die etwas kleineren Grab- oder Räudemilben nisten sich vorzugsweise am Kopf des Vogels ein, später besiedeln sie gelegentlich auch die Kloakenregion und die Beine. Am Schnabel und der darüber liegenden Wachshaut zeigen sich bei einem Befall schorfige, weißliche Beläge, die im Laufe der Zeit verkrusten und dunkler werden. Unbehandelt wird der Schnabel immer poröser und kann abbrechen. Bei einem Befall der Kloakenregion fallen dort meist die Federn aus.

Stellen Sie einen Milbenbefall fest, sollten Sie nicht zögern, einen Tierarzt aufzusuchen. Dieser kann Ihnen ein geeignetes Kontaktgift geben, mit welchem sowohl der Vogel als auch die Umgebung behandelt wird. Zur Behandlung des Vogels eignen sich verschiedene Spot-On-Präparate, die unter die Nackenfedern geträufelt werden. Von dort gelangen sie in den Organismus des Wellensittichs. Sobald die Milben damit in Kontakt kommen, sterben sie. Zur Umgebungsbehandlung gibt es Sprays, deren Inhaltsstoffe die Milben abtöten. Beachten Sie stets die Anweisungen des Tierarztes, da derartige Kontaktgifte bei falscher Anwendung oder Überdosierung auch dem Vogel gefährlich werden können.

Artgerechte Wellensittich-Haltung und -Pflege

Bild Wellensittich Paar Auch Wellensittiche wollen nicht alleine sein.

In der Natur leben Wellensittiche in großen Schwärmen. Die geselligen Vögel sollten auch in der häuslichen Pflege nicht alleine gehalten werden, andernfalls droht die Vereinsamung. Ein Wellensittich benötigt ständigen Kontakt und Beschäftigung, ein Mensch kann bei allen Bemühungen kaum einen Artgenossen ersetzen. Daher sollte die Haltung mindestens paarweise erfolgen. Idealerweise müssen die Vögel ihr Dasein nicht dauerhaft im Käfig fristen, sondern dürfen auch gelegentlich frei im Zimmer fliegen.. Dabei sind natürlich die Fenster zu schließen und es darf keine Verletzungsgefahr bestehen.

Der Käfig oder die Voliere muss regelmäßig gereinigt werden. Bei mangelnder Hygiene in der Wellensittich-Haltung können Keime und Bakterien dem Vogel schaden. Während sich die reinlichen Tiere selbst ausgiebig um die Gefiederpflege kümmern, sind Sie für eine saubere Umgebung zuständig. Das betrifft alles, mit dem die Tiere in Kontakt kommen.

Futter- und Trinkgefäße sollten täglich mit heißem Wasser ausgespült werden. Der Käfigboden muss für eine saubere Umgebung mindestens einmal wöchentlich gesäubert werden. Zu diesem Zweck wird zunächst der Sand entsorgt, zum Reinigen der Bodenschale eignet sich ebenfalls heißes Wasser. Bevor neuer Vogelsand eingefüllt wird, muss die Bodenschale vollständig getrocknet sein. Sitzstangen und andere Einrichtungsgegenstände sind natürlich ebenso sauber zu halten.

Die Verwendung von Haushaltsreinigern ist in der Wellensittich-Haltung weniger zu empfehlen. Im Handel erhalten Sie spezielle Reinigungs- und Desinfektionsmittel, die frei von schädlichen Stoffen sind.

Wellensittiche nutzen zwar ihren Schnabel zur Gefiederreinigung und -pflege, viele Exemplare freuen sich aber, wenn sie zusätzlich eine Möglichkeit zu baden haben. Dazu eignen sich Badehäuschen, die in die Öffnung der Käfigtür eingehängt werden. Sie werden mit einfachem, nicht zu kaltem Leitungswasser befüllt. Hat der Vogel diese Möglichkeit, ist es besonders wichtig, dass die Umgebung warm und zugfrei ist.

Der Schnabel eines Wellensittichs wächst ständig nach. Hat er einen Kalkstein zur Verfügung, kann er den Schnabel daran abwetzen. Werden statt handelsüblicher Sitzstangen die Äste von Obstbäumen im Käfig angebracht, kann er diese benagen, was ebenfalls zur Schnabelkürzung beiträgt. Die Äste tragen außerdem dazu bei, dass die Krallen nicht zu lang werden. Geschieht dies dennoch einmal - das gilt natürlich auch für den Schnabel, müssen sie manuell gekürzt werden. Dabei ist allerdings große Vorsicht angesagt, denn wenn zu viel gekürzt wird, können Blutgefäße verletzt werden. Da Wellensittiche nur wenig Blut haben, stellt bereits ein kleiner Verlust ein Risiko dar. Das Kürzen sollte daher in einem Abstand von zwei bis drei Millimetern von den Blutgefäßen erfolgen. Tierärzte haben dafür einen geübten Blick, aber für alle Fälle auch sofort blutstillende Mittel zur Hand.

Fortpflanzung

Bild blaue Wellensittiche an Nistkasten Zum Brüten zieht sich der Wellensittich in den Nistkasten zurück.

Vorab: Für die Zucht von Wellensittichen ist in Deutschland eine Genehmigung des Veterinäramts erforderlich. Das gilt auch für die private Wellensittich-Haltung. Haben Sie also ein Männchen und Weibchen und stellen fest, dass die Vögel sich paaren, sollten Sie diese Genehmigung sicherheitshalber einholen, um kein Bußgeld zu riskieren. Dasselbe gilt selbstverständlich für die beabsichtigte Zucht.

Die Paarbereitschaft eines männlichen Vogels erkennen Sie daran, dass er die Partnerin, aber auch die Käfigeinrichtung anbalzt. Weibliche Vögel neigen verstärkt dazu, verschiedene Gegenstände anzunagen. Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Fütterung fördert die Paarungsbereitschaft ebenso wie die Anwesenheit mehrerer Artgenossen, in der reinen Paarhaltung ist die Zucht daher schwieriger. Außerdem brauchen die Vögel natürlich eine Nistgelegenheit, zu diesem Zweck gibt es im Handel geeignete Kästen aus Holz. Manch ein Weibchen zeigt sich hier sehr wählerisch, dann sollten mehrere Kästen angeboten werden.

Im Idealfall sind die Vögel also fortpflanzungsbereit und das Weibchen nimmt den Nistkasten an. Paaren sich die Tiere, kommt es zur Eiablage. Bis das Gelege vollzählig ist, können einige Tage vergehen, unter guten Bedingungen können Sie mit vier bis sechs Eiern rechnen. Das Weibchen brütet die Eier nun aus und verlässt den Nistkasten meist nur, um Kot abzusetzen. Gefüttert wird es in dieser Zeit vom Männchen.

Die Brutzeit beträgt etwa 18 Tage, dann schlüpfen die Küken. Da die Eier mit einem Abstand von ein bis zwei Tagen gelegt werden, schlüpfen auch die Küken nicht gleichzeitig. In den ersten Tagen übernimmt der weibliche Vogel die Fütterung, sie ernährt die Küken mit ihrer Vormagenmilch, die sie hochwürgt. Der männliche Vogel unterstützt seine Partnerin oft erst nach zehn bis zwölf Tagen bei der Fütterung. Von ihm erhält der Nachwuchs vorverdaute Nahrung.

Bis die jungen Vögel den Nistkasten verlassen, können vier Wochen vergehen. Mit sechs Wochen sind sie in der Regel in der Lage, selbst Futter aufzunehmen. Erst dann dürfen sie von den Eltern getrennt werden.

Seit September 2012 ist die Beringung von Wellensittichen keine Pflicht mehr. Dennoch sind Fußringe gängige Praxis, denn daran ist ersichtlich, dass es sich um Tiere aus einer zugelassenen Vermehrung handelt und nicht um illegale Importe. Die Ringe werden nach Vorlage der Zuchtgenehmigung durch die Ringstelle des Zentralverbandes für Zoologische Fachbetrieb ausgegeben. Sinnvollerweise werden die Jungvögel also, unabhängig davon, ob Sie sie behalten oder abgeben möchten, beringt.

Bild Wellensittiche Jungvögel An die Unterbringung der jungen Wellensittiche muss auch gedacht werden

Nun stehen Sie vor der Wahl: Soll der Nachwuchs Ihre eigene Wellensittich-Haltung bereichern oder neue Besitzer finden? Wenn Sie sie behalten möchten, muss natürlich ausreichend Platz verfügbar sein, auch der Pflegeaufwand erhöht sich. Entscheiden Sie sich, die Jungvögel abzugeben, haben Sie mehrere Möglichkeiten. Sie können über Zeitungsanzeigen neue Besitzer suchen, auch im Internet werden auf einigen Plattformen Anzeigen veröffentlicht. Zum Wohl der Tiere sollten Sie darauf achten, dass die neuen Besitzer sich vorab über die artgerechte Wellensittich-Haltung informiert haben. Alternativ können Sie bei Züchtern oder Zoohandlungen anfragen, ob diese die Vögel aufnehmen und verkaufen. Dazu ist aber nicht jeder bereit, denn auf diese Weise eingeschleppte Krankheiten oder Parasiten könnten den eigenen Bestand gefährden.

 

Fazit: Die artgerechte Haltung von Wellensittichen ist ein tolles Hobby. Den damit verbundenen Zeit- und Geldaufwand danken die Vögel mit munterem Gezwitscher und einem interessanten Sozialverhalten, das zum Beobachten einlädt. Bei guter Pflege können die geselligen Zeitgenossen viele Jahre Ihr Leben bereichern..


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