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Tipps zum Amphibien-Kauf - Wie halte ich Amphibien als Haustier?

Frosch im Teich
Der Kauf eines Amphibia sollte gut überlegt sein.

Wer sich für die Haltung von Amphibien entscheidet, sucht nicht nach einem Kuscheltier. Amphibien-Fans lieben es die Tiere zu beobachten, ihren Lebensraum zu simulieren und die Tiere selbst zu züchten. Terraristik-Neulinge sollten sich vor der Anschaffung jedoch genaustens über diese Tierart informieren. Antworten auf einige wichtige Amphibien-Fragen erhalten Sie in diesem Ratgeber.

Was sind Amphibien?

Bei Amphibien handelt es sich um Wirbeltiere, die an Land und im Wasser leben. Sie werden in drei Gruppen eingeteilt: Froschlurche, Schwanzlurche und Schleichenlurche. Insgesamt gibt es rund 7.000 Amphibienarten, wobei Frösche, Kröten und Unken die größte Fraktion bilden.

Wo leben Amphibien?

Obwohl die meisten Amphibien an Land leben, bleiben sie immer in Wassernähe. In trockeneren Gefilden würden die Tiere austrocknen.

Was fressen Amphibien?

Während des Larvenstadiums ernähren sich Amphibien meist von Pflanzen. Nach der Metamorphose ändert sich die Ernährung drastisch, von nun an fressen sie fast ausschließlich Fleisch. Kleine Amphibien ernähren sich hauptsächlich von Insekten, Gliedertieren und Spinnen. Diese verzehren sie oftmals lebend. Größere Amphibien können sogar kleinere Wirbeltiere überwältigen und fressen.

Wie pflanzen sich Amphibien fort?

Für die Fortpflanzung müssen die meisten Amphibienarten das Wasser aufsuchen. Oftmals kommt es zu einer äußeren Befruchtung. Beinahe alle Arten legen Eier, allerdings betreiben nur wenige Brutpflege.

Was machen Amphibien im Winter?

Amphibien sind – ebenso wie Reptilien – wechselwarm. Daher verfallen sie in die Winterstarre und werden erst nach dem Winter wieder aktiv.

Welche Amphibien eignen sich als Haustier?

Kröte
Terrarien für Amphibien sollten perfekt auf deren Bedürfnisse abgestimmt werden.

Die Zahl der Hobby-Terraner wird immer größer. In immer mehr Haushalten finden sich neben Reptilien und Spinnen auch Amphibien, wie beispielsweise Frösche oder Molche, als Haustier. Diese leben dann in einem Terrarium, dass perfekt auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Es eignen sich jedoch nicht alle Amphibienarten als Haustier.

Frösche, Kröten und Unken als Haustier

Zahlreiche Froscharten eignen sich für eine Haltung in Terrarien. Der afrikanische Krallenfrosch und Laubfrösche gelten als gute Anfängertiere. Pfeilgiftfrösche sind bei Profis und Neulingen gleichermaßen beliebt. Dies liegt nicht zuletzt an ihrem buntem Gewand. Die Chinesische Rotbauchunke ist ebenfalls ein geeignetes Terrariumtier für Anfänger. Wer in sein Aquarium mit Zierfischen etwas Abwechslung bringen möchte, für den sind Zwergkrallenfrösche die richtige Wahl. Als sehr anspruchsloses Tier hat sich die Erdkröte erwiesen. Sie ist nicht sehr scheu und baut in vielen Fällen eine Beziehung zu ihrem Halter auf. Für Neulinge ist sie daher besonders gut geeignet. Weitere Amphibien der Gattung Froschlurche, die sich für ein Terrarium eignen sind:

  • Kreuzkröten (Epidalea calamita),
  • Texaskröten (Bufo speciosus),
  • D'orbignyi's Kröten (Bufo granulosus dorbignyi),
  • Pantherkröten (Bufo regularis),
  • Karolina-Kröten (Bufo lentiginosus),
  • Berberkröten (Bufo mauretanicus),
  • Aga-Kröten (Bufo marinus),
  • Blombergkröten (Bufo blombergi),
  • Colorado-Kröten (Bufo alvarius),
  • Schwarznarben-Kröten (Bufo melanostictus),
  • Sandkröten (Bufo arenarum),
  • Rokoko-Kröten (Bufo paracnemis),
  • Gelbbauchunken (Bombina variegata),
  • Grasfrösche (Rana temporaria),
  • Rotohrfrösche (Rana erythraea),
  • Gesprenkelte Grabfrösche (Rana adspersa),
  • Zipfelfrösche (Megophrys monticola nasuta),
  • Tomatenfrösche (Dyscophus antongilii),
  • Prachtstummelfüße (Atelopus varius).

Molche und Salamander als Haustier

Wassermolch
Neben Kröten und Fröschen eignen sich auch Molche als Haustiere.

Molche und Salamander gehören zur Ordnung der Schwanzlurche. Immer öfter werden Molche als Haustier in so genannten Molchaquarien oder Aquaterrarien gehalten. Als relativ einfach zu pflegen gelten asiatische Molche, welche meist aus Japan oder China nach Europa gelangen. Daneben gibt es weitere Schwanzlurche, die sich als Haustier eignen:

  • Axolotl (Cherax sp.papuanus),
  • Japanischer Feuerbauchmolch (Cynops pyrrhogaster),
  • Feuersalamander (Salamandra salamandra),
  • Kammmolch (Triturus cristatus),
  • Spanischer Rippenmolch (Pleurodeles waltl),
  • Apuanischen Bergmolch (Mesotriton alpestris),
  • Vietnamesischer Warzenmolch (Paramesotriton deloustali),
  • Krokodilmolche (Tylototriton) - insebsondere der Birma-Krokodilmolch,
  • Zagros Molch (Neurergus kaiseri),
  • Grünlicher Wassermolch (Notophthalmus viridescens),
  • Schlanksalamander (Batrachoseps attenuatus),
  • Brauner Bachrandsalamander (Desmognathus fuscus),
  • Blue Ridge Bachsalamander (Desmognathus orestes),
  • Nördlicher Zwergsalamander (Desmognathus organi),
  • Südlicher Zweistreifen-Salamander (Eurycea cirrigera),
  • Dreistreifen-Salamander (Eurycea guttolineata),
  • Porphyrsalamander (Gyrinophilus porphyriticus),
  • Vierzehensalamander (Hemidactylium scutatum),
  • Rotrücken-Waldsalamander (Plethodon cinereus),
  • Laotischer Warzenmolch (Laotriton laoensis),
  • Chinesischer Zwergmolch (Hypselotriton orientalis).

Wie hält man Amphibien artgerecht?

Wer Amphibien artgerecht halten möchte, sollte sich sich zunächst über die jeweiligen Bedürfnisse der gewählten Amphibienart informieren.

Haltungsrichtlinien für Molche und Salamander

Bei der Haltung von Schwanzlurchen gilt es folgende 5 Grundregeln zu beachten:

  1. Die Aquarium/Terrarium-Größe richtet sich nach der Gesamtlänge des Tieres, welche mit 0,01 multipliziert wird. Dies ergibt die Behältergröße für zwei Tiere. Für jedes weitere Tier wird die Grundfläche mit 1,25 malgenommen. Die Höhe des Aquariums/Terrariums sollte 1/3 bis maximal 1/2 der Länge des Behälters betragen. Werden die Schwanzlurche in einem zu großen Gefäß gehalten, droht die Ausdünnung des Futterangebots und somit der Hungertod. Eine dicht-schließende Abdeckung wird empfohlen, da Molche und Salamander gerne an den Glasscheiben emporsteigen.
  2. Das Klima im Behälter sollte sich an den Gegebenheiten des natürlichen Lebensraums der Tiere orientieren. Viele Schwanzlurche lassen sich bei Temperaturen zwischen 17 und 22 °C am besten halten. Gebirgsbewohnende Amphibien fühlen sich dagegen 12 bis 18 °C am wohlsten. Für ausreichend Luftfeuchtigkeit sorgen Bodengrund, Verstecke, Abdeckung und Belüftung.
  3. Versteckmöglichkeiten dürfen in einem Terrarium für Schwanzlurche nicht fehlen. In ihren natürlichen Lebensräumen bewohnen die Tiere Felsspalten, Ritzen zwischen Baumrinden oder kleinste Höhlungen unter Steinen oder in der Erde. In einem Aquarium für Wassermolche sollten den Tieren ebenfalls ausreichend Versteckmöglichkeiten, in Form von Steinplatten, Kleine Tonröhren oder Lochziegeln, zur Verfügung gestellt werden.
  4. Licht steuert die Jahres- und Tagesaktivitäten der Schwanzlurche. Direktes Sonnenlicht gilt es zu vermeiden. Ein relativ dunkler Aufstellungsort wird empfohlen.
  5. Schwanzlurche sind Räuber, weshalb eine abwechslungsreiche Ernährung wichtig ist. Einige Futtertiere können vom Halter selbst gesammelt werden: Regenwürmer, Nacktschnecken, Asseln, Insekten, Spinnentiere, Mückenlarven, Wasserflöhe, Bachflohkrebse oder verschiedene Insektenlarven. Größere Arten benötigen Zusatzfutter wie ein geschnittene Fleisch- oder Fischstreifen. Adulte Tiere werden in der Regel 2 bis 3mal pro Woche gefüttert, Jungtiere und Larven benötigen deutlich öfter Futter.

In welchen Behältern werden Schwanzlurche gehalten?

Blauer Frosch
Es gibt Amphibien in all möglichen Farben und Größen.

Grundsätzlich lassen sich 3 Gefäße unterscheiden: das Aquarium, Aqua-Terrarium und das Terrarium. Im Aquarium werden rein aquatile Schwanzlurche gehalten sowie Tiere, die für einen längeren Zeitraum im Wasser leben bzw. sich dort fortpflanzen. Tiere, die zur Gattung der Wassermolche zählen, werden während der Paarungszeit im Aquarium gehalten und leben anschließend im Terrarium.Wechseln die Tiere häufiger zwischen Wasser und Land ist ein Aqua-Terrarium ideal. Für viele Bachrandsalamander, Winkelzahnmolche, Krokodilmolche sowie Türkische und Persische Gebirgsbachmolche bietet sich solch eine Haltung an.Das Terrarium dient der Haltung von Schwanzlurchen, die absolut kein offenes Wasser benötigen oder über längere Zeit an Land gehalten werden müssen. Feuersalamander, Alpensalamander, Lykischer Salamander, einige mittelamerikanische lungenlose Salamander und zahlreiche Querzahnsalamander können ganzjährig im Terrarium gehalten werden.

Haltungsrichtlinien für Froschlurche

Eine artübergreifende Haltungsempfehlung für Froschlurche gibt es nicht. Allerdings lassen sich einige allgemeine Kriterien festhalten: Ein artgerecht eingerichtetes Froschzuhause benötigt Verstecke, Wasser, UVA- und UVB -Beleuchtung, eine Heizmatte, eine Belüftungs- und eine Beregnungsanlage. Anfänger sollten sich zudem an folgende Regeln halten: Nur eine Froschart pro Terrarium. Eine paarweise Haltung ist am einfachsten und daher für Neulinge besonders empfehlenswert. Froschlurche werden oftmals, ähnlich wie die Schwanzlurche, in Aquarien, Aqua-Terrarien oder Terrarien gehalten. Die Größe des Geheges richtet sich meist nach der Größe und Anzahl der Tiere.

Was kosten Amphibien?

Trotz der geringen Größe der Tiere ist die Amphibien-Haltung meist sehr kostenintensiv. Die Anschaffung des Terrariums, die Technik und das Equipment sowie die Tiere sind häufig mit hohen Kosten verbunden. Futter und Strom kommen außerdem hinzu. Ein Pfeilgiftfrosch kostet beispielsweise zwischen 20 und 40 Euro, für das Terrarium inklusive Einrichtung fallen zusätzliche Kosten von 150 Euro und mehr an.

Wo kann man Amphibien kaufen?

Amphibien können Sie im Zoohandel, im Internet und von Züchtern erwerben. Der Kauf von erfahrenen Züchtern ist hierbei zu empfehlen. Informieren Sie sich vor dem Kauf, ob die Einfuhr der Tiere legal gewesen ist. Bei giftigen Froscharten, wie den Pfeilgiftfröschen, sollten Sie sich bei Nachzuchten die Giftlosigkeit der Tiere bestätigen lassen. Am besten überzeugen Sie sich persönlich davon unter welchen Bedingungen die Tiere beim Züchter gehalten werden. Erkundigen Sie sich über gegebenenfalls nötige Papiere und Dokumente, welche Sie den Behörden vorlegen müssen. Dies gilt für Wildfänge und Nachzuchttiere.

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