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Abitur - und dann?

Ein Verkehrsschild, dass in 3 Richtungen zeigt. Mit den Beschriftungen Nach dem Abitur stehen dem Absolventen viele Türne offen. Nur durch welche soll er treten?
Studium, Duales Studium oder Lehre. Für was entscheiden Sie sich?

Das Abitur ist in der Tasche, ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Wohin soll dieser Weg führen? Viele Fragen stehen nach dem Ende der Schulzeit im Raum. Die meisten Schüler fühlen sich mit dieser Entscheidung überfordert, da sie schließlich über ihr zukünftiges Leben entscheidet. Zunächst einmal sollte sich jeder Schüler klar machen, dass er mit dem Abitur den höchstmöglichen Schulabschluss in Deutschland erreicht hat. Herzlichen Glückwunsch! Alle Türen stehen offen, die Frage lautet: Welche Tür ist die richtige?

Ausbildung oder Studium?

Viele Schüler entscheiden sich für einen klassischen Ausbildungsberuf. Der erste Vorteil liegt klar auf der Hand: Eine Ausbildung bedeutet finanzielle Unabhängigkeit.
Der Schüler kann sich sein erstes Auto selbst finanzieren und muss nicht mehr bei seinen Eltern nach Geld fragen. Es besteht eine große Auswahl an freien Ausbildungsplätzen, die Industrie ist an qualifizierten Bewerbern sehr interessiert. Im Gegensatz zum Studium sind die Aufgaben in einem Unternehmen klar definiert.
Der Auszubildende erhält ein festes Zuständigkeitsgebiet, auf das er konstant hinarbeitet. Dadurch kann er praktische Erfahrungen sammeln und sich in einem bestimmten Gebiet fortbilden. In der Wirtschaft sind Absolventen mit mehrjähriger Berufserfahrung besonders beliebt, die die Schüler in ihrem Betrieb zu Genüge sammeln konnten. Es erfolgt ein schneller Einstieg ins Berufsleben, ohne wieder die Schulbank drücken zu müssen. Ein durchschnittliches Abitur genügt für die meisten Ausbildungen. Somit steht dem Bewerber ein großer Pool an Ausbildungsstätten offen.

 

Allerdings besteht gerade hier der Nachteil in einer betrieblichen Ausbildung: Es wird kein wissenschaftliches Arbeiten vermittelt. Der Schüler lernt keine Quellenarbeit und kann mit Begriffen wie Methodenkompetenz wenig anfangen. Bestimmte akademische Grade sind für bestimmte berufliche Positionen erforderlich. Wer eine großartige Karriere anstrebt, kommt an einem Studium nicht vorbei. Ansonsten verbaut sich der Schüler mögliche berufliche Aufstiegschancen, was wirklich schade wäre. Ein weiterer Nachteil ergibt sich im Laufe der Zeit. Am Anfang ist alles spannend und interessant, doch es kommen immer weniger Neuigkeiten hinzu. Der Berufsalltag wird eintönig und entwickelt sich nur in kleinen Schritten. Es kann für den jungen Azubi sehr demotivierend sein, wenn seine studentischen Freunde von ihren langen Semesterferien berichten - denn auf diese muss er verzichten. Allerdings hat er einen großen Vorteil, den die Studenten nicht haben: Eine Ausbildung ist deutlich kürzer und bietet einen hohen finanziellen Spielraum. Zudem spricht nichts gegen ein anschließendes Hochschulstudium.

Lohnt sich das Studium nach dem Abitur?

Eine Straße zum Horizont. Auf dem Boden steht: Finde deinen WegDen richtigen Weg zu finden ist nicht immer leicht
Den richtigen Weg zu finden ist nicht immer leicht

Studieren bedeutet eine hohe finanzielle Belastung, auf die viele Schüler keine Lust haben. Sie möchten Geld verdienen und ihr Leben genießen. Beides ist mit einem Studium nur eingeschränkt möglich. Viele Studenten müssen hart für ihr Geld jobben, wenn sie kein BAföG erhalten oder nicht von ihren Eltern gefördert werden. Allerdings beinhaltet dieser Lebensabschnitt eine hohe Entscheidungsfreiheit.
Der angehende Student muss sein Leben selbst organisieren, angefangen bei der Wohnungssuche bis hin zur Erstellung des Stundenplans. Diese Erfahrungen prägen einen Menschen und stärken seinen Charakter. Nüchtern betrachtet zieht ein Studium bessere Verdienstchancen mit sich. Qualifizierte Berufe erfordern einen akademischen Grad und dieser kann nur an einer Hochschule erworben werden. Das Studium erhöht die Chancen auf eine Festanstellung und verringert die Gefahr der Arbeitslosigkeit. Allerdings muss hier stark zwischen den verschiedenen Studiengängen unterschieden werden. Absolventen der Biochemie sind am Arbeitsmarkt gefragter als ehemalige Geschichtsstudenten. Eine Hochschule bietet die Möglichkeit, sich für mehrere Arbeitsstellen zu qualifizieren. Das Studium selbst vermittelt eine hohe Stoffvielfalt und bietet daher eine breitere Qualifikation, die zu vielen Berufen passt. So hat der ehemalige Schüler noch etwas Zeit, sich für einen bestimmten Berufszweig zu entscheiden. Natürlich profitiert der Student von den langen Semesterferien, die er zur Studien- und Freizeitgestaltung nutzen kann.

 

Viele Studenten kommen mit ihrem Geld nicht zurecht. Sie sind finanziell von jemandem abhängig, sei es der Arbeitgeber, der Staat oder die Eltern. Zudem macht ein hoher NC den Abiturienten zu schaffen, sofern das Abitur eher weniger gut ausgefallen ist. Im schlimmsten Fall müssen sie über ein Jahr warten, bis sie ihr Studium beginnen können. Wer die häusliche Geborgenheit mag, wird es ebenfalls schwer haben. Während der Schulzeit konnte sich der Abiturient auf den Lernstoff konzentrieren - das ändert sich an der Hochschule. Hier steht die Organisation an erster Stelle. Jeder Student muss sich seine eigene Wohnung organisieren. Wer das verpasst, kann sich auf eine stundenlange tägliche Anfahrt einstellen. Viele Vorlesungen finden ohne Anwesenheitspflicht statt. Im Vergleich zur Schule neigt der Abiturient dazu, einfach nicht hinzugehen. Das rächt sich erst mehrere Monate später, da nur wenige Klausuren geschrieben werden.

Was unterscheidet die Uni von der Fachhochschule?

Bild von Student in FachhochschuleSind Fachhochschulen wirklich praxisorientierter als Universitäten?
Sind Fachhochschulen praxisorientierter als Universitäten?

Das Vorurteil lautet: Fachhochschulen bilden praktischer aus als Universitäten.
Das galt vielleicht vor 20 Jahren, heute allerdings nicht mehr. Im Zuge der Bologna-Reform haben Universitäten ihre Studienpläne praxisorientierter gestaltet. Dafür können die Fachhochschulen mit kleineren Gruppen und einem seminaristischen Unterricht glänzen. Wer als Abiturient eher feste Schulklassen bevorzugt, sollte sich für eine Fachhochschule entscheiden. An Universitäten sitzen oft Hunderte in einer Vorlesung. Der Lehrstoff selbst konzentriert sich dabei auf den theoretischen Inhalt, während Fachhochschulen schneller zu praxisorientierten Fragestellungen vorstoßen. Der Trend deutet darauf hin, dass die zukünftigen Arbeitgeber vor allem auf die Abschlussnote und die Qualifikation schauen - und nicht auf die Ausbildungsstätte.

Duales Studium: Theorie und Praxis

Wer gerade sein Abitur bestanden hat, möchte endlich sein eigenes Geld verdienen. Allerdings bietet die Ausbildung eher geringe Aufstiegschancen. Das Hochschulstudium kommt nicht infrage, da es nicht zu finanzieren ist. Ein Duales Studium verknüpft die Vorteile beider Ausbildungsformen. Alle finanziellen Sorgen sind vergessen, während die wissenschaftliche Ausbildung auch nicht darunter leidet. Ein Duales Studium nach dem Abitur ermöglicht einen schnellen Einstieg in das Berufsleben. Dieses Studium zeichnet sich dadurch aus, dass die berufsbildenden Maßnahmen festgelegter Bestandteil des Studiengangs sind. Dadurch findet eine Spezialisierung auf ein bestimmtes Berufsbild und Kompetenzfeld statt, z. B. Marketing oder Personalmanagement. Die Ausbildungsstätte ermöglicht dem Abiturienten praktische Einblicke in dieses Tätigkeitsgebiet. Diese Erfahrungen machen den Absolventen zu einem begehrten Kandidaten auf dem Arbeitsmarkt. Während ein gewöhnlicher Student ein 6-monatiges Praktikum vorzuweisen hat, kann der Duale Student mit mehrjähriger Berufserfahrung glänzen.

 

Allerdings ist ein Duales Studium mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden. Viele Schüler möchten nach dem Abitur ihre Studien- und Freizeitgestaltung selbst in die Hand nehmen, was nur an einer Hochschule möglich ist. Nun müssen sie zeitweise in einem Unternehmen arbeiten und zugleich eine Schule besuchen. Die Semesterferien beschränken sich auf wenige Wochen. Dadurch erhöht sich die Länge der Ausbildungsdauer, obwohl ein straffer Zeitplan vorgesehen ist. Aufgrund der guten Zukunftschancen mangelt es nicht an Bewerbern, die Bewerbungshürden sind hoch angesiedelt. Wer sich nach dem anstrengenden Abitur eine kleine Auszeit gönnen möchte, sollte mit einem Ausbildungsberuf durchstarten. Ein Duales Studium wird auch berufsintegrierend angeboten, das heißt es dient als berufliche Weiterbildung.

Jetzt Checkliste downloaden

Wichtig ist es auf jeden Fall, alle Möglichkeiten abzuwägen, und dann in Ruhe zu entscheiden. Deshalb sollte man sich immer als erstes einen guten Überblick über alle Optionen verschaffen. Wir haben eine Checkliste für Sie zusammengestellt.

Checkliste: Abitur und dann?

 

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