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Pferderatgeber

Dressurreiten - die Grundlage von Beweglichkeit, Kraft und Durchlässigkeit

Wie lernt man Dressurreiten? Ausbildung, Durchführung und Ziele der Dressur

Federleicht schwingend scheinen die Pferdehufe im eleganten Galopp den Boden kaum zu berühren, als ein harmonisches Paar aus wohlproportioniertem Pferd und geschmeidig sitzendem Reiter die Platzdiagonale entlangreiten. Der Weg hierher ist lang und von vielen Übungsstunden gezeichnet, aber das Ergebnis überzeugt. Die meisten Reiter beginnen ihre Laufbahn in der Reithalle mit einer Basisdressurausbildung. Erst danach erfolgt die Spezialisierung auf die höhere Dressurkunst, Springreiten, Geländereiten oder reines Freizeitreiten.

Wettbewerbsarten und Anforderungen beim Dressurreiten

Die Aufgaben und Anforderungen für Dressurprüfungen sind in der LPO § 405 dokumentiert. Weitere Regeln befinden sich in §§ 400 und folgende. Dressurreiter können sich daher punktgenau auf die jeweilige Aufgabe vorbereiten. Anhand der gerittenen Bahnfiguren können die Richter nicht nur die Qualität der Ausführung beurteilen, sondern auch, wie es um die Grundausbildung und Rittigkeit des Pferdes sowie den Sitz und die Einwirkung des Reiters bestellt ist.

Ausrüstung zum Dressurreiten

Der Dressursattel zeichnet sich durch lange Sattelblätter, lang geschnallte Steigbügel und einen tiefen Sitz aus. Die Bewegungen des Pferdes kann ein sensibler Reiter durch den Sattel hindurch spüren. Grundsätzlich wird beim Dressurreiten die Trense verwendet. Erst in den höheren Klassen L**, M und S sind Kandaren zugelassen. Eine Dressurgerte gehört zur Standardausrüstung beim täglichen Training, genauso wie ein passender Beinschutz. Gamaschen oder Bandagen schützen die Pferdebeine vor Verletzungen, da es insbesondere bei Seitengängen oder dem erlernen neuer Lektionen leicht passiert, dass das Pferd sich streicht oder anschlägt. Trainiert wird bevorzugt in einem 20x40 Meter oder einem 20x60 Meter großen Viereck, entweder in der Reithalle oder auf einem Außenplatz. Die Bahnpunkte sind zur besseren Orientierung an den Seiten des Veierecks angebracht.

Als Dressurpferde geeignete Pferderassen

Jedes Pferd kann dressurmäßig geritten werden. In der niedrigsten Klasse E können alle Pferderassen erfolgreich starten. Bereits in der nächsthöheren Klasse A wird das Exterieur des Pferdes mit beurteilt. Auch sind hier bereits einige Lektionen enthalten, die nur Pferde mit korrektem Körperbau und der richtigen Bemuskelung perfekt ausführen können. In den Klassen M und S starten fast ausschließlich Pferde, die durch gezielte Zucht auf Dressureignung eine gute Veranlagung mitbringen. Ausdrucksvoller Hals, harmonische Proportionen, kräftige Hinterhand sowie eine lange und schräge Schulter zeichnen ein gutes Dressurpferd aus, das auch in höheren Klassen erfolgreich starten kann. Aufgrund ihrer genetischen Voraussetzungen gut für den Dressursport geeignet sind beispielsweise Oldenburger, Hannoveraner und KWPN. Das Deutsche Reitpony ist gut geeignet für Kinder, die das Dressurreiten erlernen möchten.

Grundausbildung eines Dressurpferdes

Junge Pferde sollten immer von erfahrenen Reitern ausgebildet werden. Die Basisausbildung jedes Pferdes, aber insbesondere die des Dressurpferdes sollte die Ausbildungsskala durchlaufen. Die sechs Stichwörter der Pferdeausbildung sind Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichten und Versammlung. Takt ist der einwandfreie Gang mit richtiger Abfußungsreihenfolge in der jeweiligen Gangart. Losgelassenheit macht das Pferd durchlässig für die Hilfengebung. Gleichzeitig mit Takt und Losgelassenheit kann nach und nach eine gewisse Anlehnung erreicht werden. Dies bedeutet, dass das Pferd von sich aus beginnt, die Hilfen des Reiters zu suchen und anzunehmen. Diese ersten drei Punkte werden in der sogenannten Gewöhnungsphase trainiert. Erst dann kann mit der zweiten Phase, der Entwicklung der Schubkraft begonnen werden. Dazu wird einerseits die Muskulatur so aufgebaut, dass Schwung entsteht und andererseits die natürliche Schiefe verschwindet, also das Pferd geradegerichtet wird. Mit diesen Voraussetzungen ist es dem Pferd überhaupt erst möglich, in Versammlung gearbeitet zu werden und Tragkraft zu entwickeln.

Dressurausbildung eines Dressurpferdes

Der Übergang zwischen der Grundausbildung hin zur spezielleren Ausbildung eines Pferdes für die Spezialisierung auf das Dressurreiten ist fließend. An den sechs Stufen der Ausbildungsskala Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichten und Versammlung wird auch jetzt ständig weitertrainiert und perfektioniert. Hat das Pferd im Rahmen der Grundausbildung Durchlässigkeit und Vertrauen, sowie eine gute Balance entwickelt, dann kann die weiterführende Dressurausbildung beginnen.

Ausbildung des Reiters

Nicht nur das Pferd, sondern auch der Reiter sollte eine solide Grundausbildung auf gut geschulten Pferden durchlaufen. Je vielseitiger die Ausbildung, desto leichter wird der Ausbildungsweg hin zu den mittleren und höheren Dressurklassen. Hat der Reiter Ruhe, Geduld und Selbstbeherrschung, sowie eine gewisse Sensibilität im Umgang mit dem Pferd erlernt, dann hat er gute Voraussetzungen die weitere Dressurausbildung zu beginnen. Zudem sind ein ausbalancierter, geschmeidiger und losgelassener Sitz Grundvoraussetzungen für korrekte Hilfengebung. Nicht nur die Muskulatur des Pferdes, sondern auch die des Reiters sollte gut trainiert sein, damit beide in Teamarbeit Höchstleistungen erbringen können.

 

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